Archiv 2013/14 [PDF]

Die unsichtbaren Treiber der Raumentwicklung

Bevölkerungswachstum und Individualisierung der Gesellschaft sind grundlegende Herausforderungen der Raumentwicklung in der Schweiz. Gut wahrnehmbare Auswirkungen davon sind der Siedlungsdruck und die zunehmende Mobilität. Die Planungsträger versuchen zu lenken und zu steuern. Gleichzeitig werden auf politischer und wirtschaftlicher Ebene Entscheide gefällt, deren raumwirksame Relevanz unterschätzt oder gar nicht erkannt wird. Partikularinteressen, politische Widersprüche und die «unsichtbare Hand des Marktes» mischen kräftig mit; sie unterwandern das Ziel eines haushälterischen Umgangs mit knappen oder nicht erneuerbaren Ressourcen. Wir gehen den unsichtbaren Treibern der Raumentwicklung nach, spüren Wirkungszusammenhänge auf und hinterfragen Paradigmen der Raumentwicklung.

Die Veranstaltungen finden mittwochs im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 8001 Zürich statt.

Mi 13.11.2013
Unser Metropolitanraum – Zahlen und Wahrnehmung
17.30 - 19:00 Cabaret Voltaire

Unser Metropolitanraum – Zahlen und Wahrnehmung
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Immer mehr Menschen wohnen und arbeiten in urbanen Räumen, in Netzwerken von Städten und Metropolitanregionen. Welches sind die Fundamentaldaten dieser Entwicklung? Welche Parallelen in der Entwicklung verschiedener Metropolitanregionen sind auszumachen? Oder gibt es im Grossraum Zürich charakteristische, spezifische Treiber? Sind die verschiedenen räumlichen Phänomene überhaupt erklärbar? Und: Wie nimmt die Bevölkerung ihren urbanen Lebensraum und die treibenden Kräfte dahinter wahr? Stimmen diese Einschätzungen mit den objektiv beschreibbaren Qualitäten überein?

Referenten

  • Ronny Haase, Dr. sc. ETH, Wirtsch.-Ing., Partner bei Wüest & Partner
  • Paul Schneeberger, Dr. phil., Historiker, Redaktor NZZ Schweiz
  • Vesna Tomse, lic. phil. I, Fachfrau PR, Stadt-Soziologin und –Campaignerin

Leitung

  • David Belart, dipl. Architekt ETH SIA, Director, Wüest & Partner, Zürich
  • Hansruedi Diggelmann, lic. iur., Raumplaner ETH/NDS, Büro für Planung|Vernetzung|Entwicklung, Zürich

Mi 22.01.2014
Das Ende der Kernstädte – es lebe die Agglo!?
17.30 - 19:00 Cabaret Voltaire

Das Ende der Kernstädte – es lebe die Agglo!?
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Die Agglomerationen wuchern um Städte und regionale Zentren. Auch im Kanton Zürich findet das Wachstum in erster Linie im Glatttal und Limmattal statt. Dem will die Raum- und Stadt­planung mit dem Postulat der Siedlungsentwicklung nach innen entgegen halten. Falsch verstandene Denkmalpflege, privates Miteigentum sowie nachbarliche und verbandsrechtliche Einsprachefreudigkeit behindern jedoch die Innenentwicklung und damit die Prosperität der Kernstädte. Müssen die Agglomerationen überhaupt städtischer werden, oder sollten wir sie akzeptieren, so unvollkommen und chaotisch wie sie sind? Und wie sollte die Stadt Zürich in einer Schweiz mit 10 Millionen Einwohnern dereinst aussehen?

Referenten

  • Matthias Daum, lic. phil. I, Journalist, Redakteur «Die Zeit»
  • Christian Schmid, Prof. Dr. ETH, Geograph, Soziologe und Stadtforscher [PDF 4.3MB]
  • Richard Wolff, Dr. sc. nat. ETH, Geograph, Stadtrat Zürich seit 2013

Leitung

  • Diego Dudli, Raumplaner FH/FSU, Betriebswirt NbW/SKO, Aula AG Generalunternehmung, Cham [PDF 200KB]
  • Stefan Kurath, Prof. Dr.-Ing., Architekt, urbaNplus, Zürich

Mi 26.02.2014
Anreize und Fehlanreize – mit mehr Markt zu einer nachhaltigeren Raumentwicklung?
17.30 - 19:00 Cabaret Voltaire

Anreize und Fehlanreize – mit mehr Markt zu einer nachhaltigeren Raumentwicklung?
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Ökonomische Kräfte wirken auf die Raumentwicklung ein, ohne dass man sich dessen stets bewusst ist. Ob bei der Energieeffizienz, beim Mobilitätsverhalten oder beim Wohnungsmarkt: Wissenschaftler und Planer sprechen vom Lenkungseffekt marktwirtschaftlicher Instrumente. Welches sind Anreize zu einer nachhaltigeren Raumentwicklung und welches Fehlanreize? Kann der Wirkung einer marktorientierten Preisgestaltung vertraut werden, oder entscheidet die Bevölkerung aufgrund anderer Kriterien? Wirkt das, was auf der Makroebene zielführend scheint, auch auf der Mikroebene? Und wie können marktwirtschaftliche Instrumente zusammen mit der Planung zu kohärenten Steuerungsprozessen genutzt werden?

Referenten

  • Peter de Haan, Physiker, Dr. sc. nat. ETH, Ernst Basler + Partner, Zürich [PDF]
  • Markus Gmünder, Wirtschaftsgeograph und Ökonom, Dr. rer. pol., Econlab GmbH, Basel [PDF]
  • Daniel Müller-Jentsch, Volkswirtschafter, Dr., Avenir Suisse, Zürich [PDF]

Leitung

  • David Belart, dipl. Architekt ETH SIA, Director, Wüest & Partner, Zürich
  • Hadrian Rosenberg, lic. iur. RA, HRS Real Estate AG, Frauenfeld
  • Mark Sieber, dipl. Kulturing. ETH, Verkehrsplaner SVI, Ernst Basler + Partner, Zürich

Mi 19.03.2014
Leitbilder – des Problems Lösung?
17.30 - 19:00 Cabaret Voltaire

Leitbilder – des Problems Lösung?
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Der Begriff des Leitbildes im Städtebau kam nach dem 2. Weltkrieg auf und wurde damals hauptsächlich durch normative Vorstellungen geprägt, z.B. in gegliederte und aufgelockerte Stadt oder Urbanität durch Dichte. Bald wurde das Leitbild als festgeschriebenes Bild kritisiert, welches nicht auf Entwicklungsprozesse reagieren kann. In der Weiterentwicklung sind so städtebauliche Leitbilder entstanden, die räumliche Rahmenbedingungen festlegen und gleichzeitig offen genug sind, Bedürfnisse der Bewohner betroffener Quartiere wie auch Unvorhersehbares aufzunehmen. Eignen sich diese neuen Leitbilder für die städtebaulichen Herausforderungen unserer Zeit? Brauchen wir überhaupt Leitbilder? Wie funktionieren sie im Alltag? Wo sind ihre Stärken und Schwächen?

Referenten

  • Peter Jenni, Dipl. Architekt HTL / MArch Städtebau UPC, Jenni Architektur und Städtebau, Zürich [PDF]
  • Birgit Kurz, Dipl. Architektin ETH SIA, Amt für Städtebau Zürich, Fachbereich Planung [PDF]
  • Martina Voser, Landschaftsarchitektin BSLA, dipl. Architektin ETH, mavo gmbh [PDF]

Leitung

  • Stefan Kurath, Prof. Dr.-Ing., Architekt, urbaNplus, Zürich
  • Monika Schenk, Landschaftsarchitektin MLA BSLA, dipl. Natw. ETH, Hager Partner AG, Zürich

Fr 11.04.2014
Ministudienreise Winterthur
Winterthur - Mehr Stadt - mehr Dichte! (Ganztägige Exkursion)

Ministudienreise Winterthur
Ministudienreise Winterthur
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Unter dem Generalthema des diesjährigen Winterprogramms „Die unsichtbaren Treiber der Raumentwicklung" besuchen wir einmal mehr Winterthur. Die Stadt entwickelt sich rasant weiter. Industrieareale werden zu Stadt, die Gartenstadt wird dicht, an den Rändern entstehen neue Zentren. Auf dem ehemaligen Sulzerareal in Oberwinterthur entstand nicht nur ein neuer Stadtpark, es entsteht auch ein neues Stadtquartier mit etwa der gleichen Fläche wie die Altstadt, einem aussergewöhlichen Nutzungsmix (hybrid cluster) und neuen Wohnformen. Entsteht eine „bipolare Stadt", wie es die Stadtplanung vermutet? Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Grundeigentümern und Projektentwicklern (wie z.B. Implenia), den Investoren, den Wohngenossenschaften und der öffentlichen Hand?

Anmeldung bis 1.3.2014

Programm und Anmeldung [PDF]

Mi 23.04.2014
Was soll Planung und was kann Planung nicht?
Cabaret Voltaire

Was soll Planung und was kann Planung nicht?
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Generalversammlung: 17:00
Veranstaltung: 17:30 - 19:00

 

Die vorwiegend ideengeschichtlich geprägte Stadt- und Raumplanung stösst mit ihren normativen Vorgaben und ihren technokratiebasierten Umsetzungsbestrebungen zusehends an ihre Grenzen. Wirkungsgeschichtliche Auseinandersetzungen mit der städtebaulichen Praxis finden kaum statt. Was soll Planung und was kann sie nicht? Diese Ausgangsfrage ist zu diskutieren – denn nur wer sich mit den unsichtbaren Treibern und Wirkungskräften, den Abhängigkeiten und der eigenen Rolle als Planer und Planerin befasst, kann wirksamen Städtebau betreiben, vermag Allianzen mit anderen Akteuren einzugehen, um damit die Realisierungschancen der eigenen, planerischen Ziele zu verbessern

17:00 GV

17:30 Podiumsgespräch unter der Leitung von Judit Solt, Chefredakteurin tec21 mit:

  • Prof. Dr. Michael Koch
  • Prof. Dr. Alain Thierstein
  • Prof. Dr. Joris Van Wezemael

So 25.05.2014 - Do 29.05.2014
Studienreise Mai 2014 nach Oslo
oder Verlängerung

Studienreise Mai 2014 nach Oslo
Studienreise Mai 2014 nach Oslo
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Die Studienreise in der Auffahrtswoche führt uns nach Oslo. Fast unbemerkt in unseren Breitengraden ist die Hauptstadt Norwegens die letzten 15 Jahre aus ihrem beschaulichen Kleinstadtimage aufgewacht und hat sich zur pulsierenden Fjordstadt mit einer ausgelassenen Freude an moderner Architektur entwickelt.

Programm und Anmeldeformular [PDF]

Anmeldung bis 7. März 2014. Platzzahl beschränkt.

Im April findet für die Angemeldeten ein Informationsabend zur Reise statt. Allerlei Kostproben inklusive.