Jahresthema 2026 / 27

Zwischenräume

Sie verbinden und trennen, laden ein und grenzen aus. Dichte oder Vakuum prägen diese Orte: Zwischenräume. Sie liegen zwischen Quartieren, zwischen privatem Rückzug und öffentlichem Leben, zwischen Verkehrsknoten oder Verkehrsdrehscheiben, zwischen dem Bestehenden und dem noch Unbestimmten. Oft sind sie unscheinbar. Manchmal prägen sie entscheidend, wie wir Stadt wahrnehmen, nutzen und miteinander teilen.

Während im Zuge der Innenverdichtung Zwischenräume zunehmend unter Druck geraten, stellt sich die Frage nach urbanen Qualitäten in Zwischenräumen jenseits der Grosszentren. Werden Areale entwickelt, gewinnt der Zustand zwischen Bestand und Geplantem an Relevanz. Aus dem zeitlichen Zwischenraum, der Zwischennutzung, entsteht Identität durch Aneignung oder Kuration. Wird über Lebenszyklen hinweg eine hohe Nutzungsflexibilität angestrebt, versprechen Zwischenräume wie Schaltzimmer architektonische Spielräume.

Doch Zwischenräume sind nie neutral. Sie sind Orte des sozialen Kontakts und der Verhandlung, der dichten Nutzung und des Konflikts – manchmal auch der unerwarteten Leere.

Entlang wechselnder Massstäbe widmen wir uns diesen Räumen aus architektonischer, soziologischer, ökonomischer, landschaftlicher, städtebaulicher und ästhetischer Perspektive. Wir fragen, wem sie gehören, wer sie prägt und welche Möglichkeiten im Dazwischen liegen.